7 Azubi-Weisheiten, die auch dein Leben leichter machen

Unsere heutige Gastautorin ist Account Managerin Lisa Marie Graf. Ein Azubi-Workshop hat sie zu diesem schönen Artikel inspiriert, der bestimmt auch für alle anderen Leser eine Bereicherung ist! Ein kleiner Vorgeschmack gefällig? Geht los: Mein Vater sagte einst zu mir: “Bitte lieber um Verzeihung, als um Erlaubnis.” Den Rat gab er mir natürlich erst nachdem ich ausgezogen war. Aber was soll’s, er hatte Recht. 😉

Arbeitsorganisation? Check. Lebensplanung? Hilfe!

Während wir kürzlich einen Workshop zum Thema Arbeitsorganisation für alle Ministrygroup Auszubildenden unter dem Titel “Arbeitsplanung, Aufgaben und Ziele managen“ abhielten, wurden wir im Rahmen der anschließenden Diskussion auf eine Problematik aufmerksam, die wir, die drei Vortragenden, erstmal garnicht auf dem Schirm hatten. Nichtsdestotrotz handelte es sich um etwas sehr Essentielles: Es stellte sich heraus, dass alles, was wir unseren Azubis über organisiertes Arbeiten “beibringen” wollten, zum Teil schon selbst gelebt wurde und ein generelles Verständnis dafür da war. Was unsere Azubis aber tatsächlich umtreibt, sind ganz andere Dinge. Plötzlich ging es nicht mehr darum, wie ich ein “personal Kanban” organisiere und wie ich Mails mit Labels versehe. Es ging um eigene, private Ziele, um die Vereinbarkeit von Job und Privatleben, es ging um Druck von außen und von innen.

Fragen kamen auf:

“Wie kann ich mich motivieren, meine Ziele umzusetzen?”, “Wie kann ich alles unter einen Hut bringen?”, “Wie gehe ich damit um, dass andere schon so viel mehr erreicht haben, als ich?”, “Wie schaffe ich es, das alles zu tun, ohne Fehler zu machen?”

Plötzlich steckten wir mitten in einer Unterhaltung über das Leben selbst. Wir gaben jungen Menschen Lebenstipps und Weisheiten an die Hand, die ich damals gern selbst bekommen hätte. Deswegen, hier noch mal zusammengefasst und für alle, die nicht dabei waren: Unsere Azubi-Lebensweisheiten in sieben kleine, „leicht verdauliche Häppchen“ verpackt:

https://twitter.com/ministrygroup_/status/728530935835205632

Denn: Fehler machen ist nicht schlimm. Fehler machen gehört dazu. Sie zeigen uns wer wir sind und machen uns zu dem wer wir sind. Ich liebe Fehler. Fehler machen ist auch nicht dumm. Sie nicht als Chance zu sehen und nicht aus ihnen zu lernen, das ist schlimm und das ist dumm. Was kann Besseres passieren, als etwas falsch zu machen, es zu merken und daraus zu lernen? Beim nächsten Mal machst du es anders und besser. Sei nicht zu vorsichtig, in dem was du tust. Überlege nicht zu viel. Einfach mal machen. Was kann schon passieren? Und selbst wenn der schlimmste Fall eintritt, es geht trotzdem weiter. Wie sagte Kafka so schön: “Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.” Und weil wir gerade bei alten, weisen Männern und schlauen Zitaten sind. Mein Vater sagte einst zu mir: “Bitte lieber um Verzeihung, als um Erlaubnis.” Den Rat gab er mir natürlich erst nachdem ich ausgezogen war. Aber was solls, er hat recht. 😉

Es ist schwer zu ignorieren, was andere von einem denken und erwarten. Insbesondere wenn diese Menschen einem nahe stehen oder man selbst der Mensch ist, dessen Erwartungen zu hoch und streng sind. Wir müssen uns davon lösen, selbst filtern und entscheiden. Habe Träume und Visionen. Lass diese auch unrealistisch und zu hoch gegriffen sein, aber mach dich nicht kaputt an dem, was du nicht tust, nicht schaffst und nicht erreichst. Versuch dich zu reflektieren und aus den Augen eines anderen zu sehen. Die Dinge, die dich an dir enttäuschen, mag ein anderer bewundern. Viele Menschen tendieren dazu zu selbstkritisch zu sein.

Es gibt Leute in deinem Arbeitsumfeld, die dich runterziehen, nerven und unglücklich machen? Würden wir uns gerade über das private Umfeld unterhalten, dann würde ich sagen: Sortiere aus. Klingt hart, ist aber so. Bei der Arbeit ist das natürlich nicht so einfach. Da muss man abwägen. Was könnte passieren wenn … Muss ich da jetzt durch, damit es am Ende besser wird? Bestehen Abhängigkeiten, die leider nicht anders zu lösen sind? Wenn dem so ist, dann heißt es leider “Augen zu und durch” und “In den sauren Apfel beißen und irgendwie klarkommen”. Im Zweifel erst mal den Ball flach halten und abwarten. (Jeder der mich kennt, denkt bestimmt gerade: “Ja, mach das mal bitte zur Abwechslung”.) Aus dem Weg gehen und die eigene Leidensgrenze festlegen. Wenn die überschritten ist, dann freundlich und gemäß aller Feedbackregeln mit der Faust auf den Tisch hauen und gucken was passiert. Oft lebt es sich danach gleich viel leichter.

Ich lese gerade das schlaue Buch “The Big Five for Life” von John Strelecky. Ich gebe zu, dieses Buch hat seine Längen. Vielleicht schaffe ich es nie, es zu beenden. Aber der Anfang ist echt gut. Hier beschreibt der “charismatische Unternehmer” Thomas, wie er es schafft jeden Tag besonders zu machen und sein Leben so zu gestalten, dass es glücklich und erfüllt ist. Er stellt sich jeden Tag die Frage: “Ist dies ein Museumstag?”. Thomas stellt sich vor, sein Leben wäre in einem Museum ausgestellt. Ein großer Raum, gefüllt mit Bildern, Texten und Videos, ausschließlich über sein Leben. Was für Bilder würden an der Wand hängen, welche Geschichten würden die Museumsbesucher über ihn lesen? Mit diesen Hintergedanken startet er in jeden Tag. Wird es an diesem Tag einen Moment geben, den ich gern in meinen Museums Saal hängen möchte? Ja? Nein? Vielleicht? Es liegt in unserer Hand. Die Moral von der Geschicht: Mach was dich glücklich macht und alles andere machst du nicht. (oder nur an den Tagen, die keine Museumstage sind).

Der Weg ist das Ziel, das Leben selbst. Mit dieser Einstellung bin ich bisher durchs Leben gestolpert. Man kann aber auch so etwas sagen wie: Denke über deine Ziele nach und formuliere sie für dich aus. Sei es schriftlich, im Kopf oder bastel eine Zielcollage.

Deine Ziele findest du, indem du darüber nachdenkst: Was zählt für dich wirklich im Leben? Was macht das Leben für dich lebenswert? Was für Fähigkeiten hast du oder möchtest du erlernen? Was für eine Beziehung möchtest du führen? Und mit was für einem Menschen möchtest du diese Beziehung führen? Was sind die Werte im Leben, die für dich persönlich am wichtigsten sind? Was lässt dein Herz hüpfen und was macht dir Bauchschmerzen? Ziele, Träume und Visionen sind flexibel und können sich ändern. Hältst du an Zielen fest, die sich nicht mit dir zusammen entwickeln, werden sie dich sehr wahrscheinlich früher oder später frustrieren.

Du hast viel zu tun, deine To Do Liste geht schon über eine Seite hinaus. Immer wenn du etwas erledigen möchtest klingelt das Telefon oder eine wichtige Mail kommt rein. Dein Chef möchte dies, deine Kollege das. Dann gibt es auch noch Hausaufgaben, Klausuren, Projektarbeit. Deine Freunde und Familie möchten deine ungeteilte Aufmerksamkeit? Und eigentlich wolltest du dich auch noch um deine eigene Website kümmern. Auch wenn es schwer ist, in solchen Momenten musst du inne halten. Sonst fressen sie dich auf, wie eine Horde Zombies. Also halt an, checke dein Waffenarsenal und deine Möglichkeiten. Stelle dich den Zombies und hau sie alle um. Bedeutet übersetzt so viel wie: Verschaffe dir einen Überblick. Sortiere und setze Prioritäten. Was passiert wenn du etwas später erledigst oder gar nicht? Hab deine eigene Strategie, einen Plan der dich ans Ziel führt. Hol dir Hilfe.  Auch hier gilt wieder: Sei und bleib flexibel. Pläne können sich ändern und gehen manchmal nicht auf – das ist nicht schlimm und kein Weltuntergang.

Hab Spaß, geh feiern, auf Partys, Konzerte und Festivals, lies Bücher, geh auf Reisen, entdecke deine Stadt, dein Land und die ganze Welt. Und auch wenn manch einer mir für diese Aussage einen Klaps auf den Hinterkopf geben wollen wird: “Gib dich manchmal mit Durchschnitt zufrieden, wenn es bedeutet, dass du in einem anderen Gebiet mit einer 1+ rausgehen kannst. “

Eure Lisa!

Veröffentlicht von

Andreas Ollmann

Ich bin einer der Inhaber und Geschäftsführer der Ministry Group, einer Gruppe von Spezialisten für die digitale Kommunikation entlang der Kundenkontaktkette. Außerdem habe ich zusammen mit zwei Partnern das Sozialunternehmen Hacker School gegründet, mit dem wir Kinder und Jugendliche für Informatik und IT begeistern wollen, indem sie zusammen mit professionellen Entwicklern selbst etwas erzeugen.

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