Ausbildung beendet — Rückblick & Fazit von Finn & Eric

 

Finn, über 1,90m groß, lange blonde Haare und Brille, 21 Jahre. Hobbys: Gitarre, Musik, Photoshop („Ich finde das einfach ultra geil, auch in der Freizeit”).
Eric, sportlich, weniger groß, gleich alt, kurze Haare. Hobbys: Fussi, Zocken, Feiern, Arbeiten (sagt er mit einem Zwinkern).

Eric Lenz und Finn Stoll sind die frischesten Eigengewächse der Ministry Group. Endlich sind sie fertig mit der Ausbildung, endlich dürfen sie die gleichen Aufgaben wie vorher zu einem richtigen Gehalt erledigen.

Nach einem erfolgreichen Case setzen sich beide zusammen auf die Eingangstreppe und philosophieren bei einer Zigarette über das gemeinsam Erreichte.

Glückwunsch, ihr beiden. Beruflich seid ihr jetzt was genau?

Finn: Offiziell Mediengestalter Digital und Print, mit der Fachrichtung Technik.

Eric: Kaufmann für Marketingkommunikation.

Das heißt, ihr könnt was genau tun?

Finn: Bezogen auf meine Ausbildung: Ich habe Kampagnen geschmissen, für mehrere unserer großen Kunden. Werbemittel, viel Digitales, Layouts und Banner. Teilweise im Akkord, teilweise höchst kreativ. Mittlerweile arbeite ich bei unserer Softwareschmiede Napsys, deshalb bin ich noch mehr an kreativer Gestaltung digitaler Inhalte beteiligt.

Eric: Ich wurde glücklicherweise seit dem ersten Tag ins kalte Wasser geschmissen und durfte von Anfang an viel alleine machen. Mit Arne Klein hatte ich einen Top-Ausbilder, fast alles, was ich gelernt habe, hab ich ihm zu verdanken. Nach dem ersten halben Jahr meiner Ausbildung durfte ich hauptverantwortlich einen großen Kunden betreuen. Für den habe ich eine Microsite entwickelt. Ansonsten bin ich ein Website- und Software-Allrounder. Ich helfe auch gern bei der Buchhaltung, klingt komisch, ist aber voll mein Ding. Nur die Schule war nicht so meins.

Finn: Bei mir auch nicht.

Eric: Da hat man eher eine Art Allgemeinverständnis mitbekommen, wirklich gelernt haben wir hier in der Agentur. Vielleicht kann eine Schule es auch gar nicht leisten, mit modernen Werbeagenturen mitzuhalten. Da ändert sich ja ständig was. Zumindest war die Stimmung dort sehr cool und lässig, wir durften beispielsweise die Lehrer duzen.

Finn: Echt? Ich nicht. Aber wir hatten schon teils die gleichen Lehrer, oder?

Eric: Ja.

Finn: Okay, dann war meine Klasse wohl die einzige, die alle siezen musste. Was das wohl für einen Grund hatte? (lacht)

Eric: Als sich die Ministry GmbH Anfang des Jahres in zwhy und Napsys aufgeteilt hat, also in die Kreativ- und Werbeagentur sowie die Softwareschmiede, war ich übrigens der erste offizielle Angestellte von Napsys. Steht klar und deutlich in den Unterlagen.

… back to topic: Finn, was hast du jetzt alles auf dem Kasten?

Finn: Ich persönlich habe sehr viel von sehr vielen Kollegen gelernt, beispielsweise von Melanie Nierzalewski, die nicht mehr hier arbeitet. Sie war eine richtige Hardcore-Werberin, hatte mega viel Erfahrung. Als ich hier Praktikant war, wusste ich nicht mal genau, was Photoshop eigentlich ist. Melli als Photoshop- und Scribble-Queen hat mich so gut geschult, dass ich noch im ersten Monat des Praktikums Aufgaben für einen realen Kunden bearbeiten konnte. Sie hat früh erkannt, wie ich ticke, hat mich einbezogen und mir dann auf eine gewisse Weise freie Hand gelassen und Verantwortung übertragen.

Eric: Ihren Namen musste sie am Telefon aber trotzdem immer buchstabieren.

Nur der HSV — zumindest laut Eric

Als Junioren seid ihr aktuell bereits hauptverantwortlich für manche Kunden. Macht euch das stolz? Ist das sehr viel Arbeit?

Eric: Ich bin Ansprechpartner für Eucerin, klar macht mich das stolz. Ich kann mich mit denen auch gut identifizieren. Die haben, noch bevor ich vor drei Wochen “befördert” wurde, einen Videoberater für ihre Produkte mit unserer Videoagentur 6ft Rabbit Productions erstellt. Den habe ich durchgeklickt und mir direkt was von Eucerin gekauft. Ich stehe also auf die Produkte, eine gute Voraussetzung. Darüber hinaus supporte ich meine beiden Senioren eine Etage weiter oben bei ihren Projekten. Viel zu tun, aber ich hab Spaß dabei.

Finn: Deshalb hast du also diese weichen Hände. Für mich hat sich arbeitstechnisch zuletzt sehr viel verändert. Ich bin von Deadline-getriebener Arbeit mehr in die technisch-gestalterische Entwicklung gerutscht. Früher gingen meine gestalterischen Vorschläge als PDF-Präsentation an den Kunden. Heute als Prototyp oder Clickdummy. Mit meinen neuen Aufgaben bei Napsys kam mehr Gestaltungsspielraum auf mich zu: Websites “from the scratch”, also von Grund auf zu bauen, sind nun keine Seltenheit mehr. Und auf die bin ich natürlich sehr stolz, weil man gefühlt etwas Eigenes produziert.

Eine gute Entwicklung für dich?

Finn: Auf jeden Fall. Dadurch habe ich auch eins meiner Highlights miterleben können: Einen UX-Test mit Eye-Tracking. Wir haben Tester, die wirklich nicht die Bohne von Technik verstehen, vor eine selbstgebaute Homepage gesetzt. Wir haben ausgewertet, wo sie hinschauen, was sie anklicken und ob sie verstehen, dass dies oder das ein Video ist und kein Bild. Ehrlicheres Feedback gibt es nicht, ich habe extrem viel von diesem Test gelernt. Richtig erhellendes Gefühl.

Welche Projekte liegen euch besonders am Herzen?

Finn: Ich kann bei dem Pro-Bono-Projekt “Mit mir 90%” viel davon ausprobieren, was ich in der Ausbildung mal gelernt, aber im Alltag bisher nicht angewandt habe. Beispielsweise Videoanimation. Das machen hier sonst andere, für mich persönlich also höchst interessant, zumal wir damit die Demokratie mit Hinblick auf die Bundestagswahl am 24. September stärken wollen.

Eric: Ich mache hier generell viel, wofür es kein Geld gibt. Stichwort Projektmanagement für interne Programme, die Group-Homepage oder auch “Mit mir 90%”. Gerade die Homepage ist mir eine Herzensangelegenheit, weil ich fast von Anfang an involviert war.

Morgens um halb zehn bei der Ministry Group …

Wie seid ihr eigentlich zur Ministry Group gekommen?

Eric: Ich habe früher Praktika als Mediengestalter gemacht …

Finn: Echt? Wusste ich gar nicht, dass du da ein Händchen für hast.

Eric: … da kannste mal sehen. Zumindest habe ich bei einer anderen Agentur einen Ausbildungsplatz zugesagt bekommen, damals wollte ich also nach der neunten Klasse die Schule beenden. Problem: Der Hauptkunde dieser Agentur war Costa-Kreuzfahrten und mein Start überschnitt sich mit dem tragischen Schiffsunglück der Concordia vor Italien. Also: straight doch noch eine Absage bekommen. Andere Agenturen wollten dann, dass ich mehr Erfahrung vorweise, ich meine: neunte Klasse. Natürlich hatte ich damals keinen Plan von nichts. Also habe ich das Abi doch noch gemacht.

Und danach direkt zur Ministry Group?

Eric: Fast. Auf jeden Fall wurde mir in der 12. Klasse klar, dass das, was ich am besten kann, Labern ist. Außerdem wollte ich genau das Feeling haben, das es hier bei Ministry gibt. Agentur. Im Bewerbungsgespräch lief es dann perfekt, es war das beste Gefühl, das ich je bei so einem Gespräch hatte.

Und Finn?

Finn: Ich habe hier ein Praktikum gemacht, anschließend habe ich mich beworben. Hat perfekt geklappt, außerdem stellen dich hier ja die Mitarbeiter selber ein. Schön zu wissen, dass dich nicht nur der Chef mag, sondern auch deine zukünftigen Kollegen.

New Work. Wie verbindet man das mit einer Ausbildung?

Eric: Mir wurde fast nie gesagt, was zu tun und zu lassen ist. Kaltes Wasser. Mit Anleitung, aber gern auch “mach mal”. Wenn Fehler passiert sind, dann sind Fehler passiert. „Lern draus” war der häufigste Kommentar. Charakterlich und fachlich kann man hier richtig aufblühen.

Finn: Für manch andere Agenturen ist man vielleicht sogar ein bisschen versaut. Es gibt — wie immer im Leben — positive und negative Seiten. Man lernt viel, man kann viel, übernimmt Verantwortung. Aber was man definitiv nicht gewohnt ist: von oben herab gescheucht zu werden.

Das Band Aid-Festival der Ministry Group. Finn ist immer vorne mit dabei.

Was sind eure drei Highlights der vergangenen zwei Jahre?

Eric: Ich durfte sehr früh hauptverantwortlich einen eigenen Kunden betreuen. Die Group-Website mitzugestalten, hat ebenfalls sehr viel Spaß gemacht und ist gewissermaßen auch eine Ehre, wenn man drüber nachdenkt. Der für mich beste Punkt ist aber die Atmosphäre hier. Man kann mit allen offen sprechen, ich habe viele coole Leute kennengelernt, vor allem die Idioten aus meinem Team.

Eric zeigt dabei auf Erik und Björn, zwei Mediengestalter von zwhy, mit denen er seine Freizeit gern mit Zocken und Bierchen trinken verbringt.

Jeden Tag könnte man länger bleiben und nach Feierabend was Cooles unternehmen … hier habe ich so ein breites Spektrum an positiven Dingen erlebt, dass man es gar nicht ausdrücken kann. Schleimt vielleicht, aber ich gehe hier gern hin. Ich fühle mich hier wohl. Zweites Zuhause.

Finn: Der erste fette Moment war, als ich das erste Produkt für einen Kunden gebaut habe und es so übernommen wurde. Wenn man andere fragt — „Was machst du so bei der Arbeit?” — kommt gern mal ein „Rechnungen und so.” Wenn ich gefragt werde, öffne ich eine Website und zeige irgendwas von dem coolen Zeug, das ich während der Ausbildung gebaut habe. Das Band Aid Festival war ebenfalls richtig stark. Ich durfte vorletztes Mal mit meiner eigenen Band mitmachen, außerdem bin ich Teil der Ministry-internen Band. Nach der Arbeit gehen wir zum Proben einfach mit Bier und Instrumenten in den Proberaum von Daniel Engemann — ultra fettes Teil. Gibt für mich nichts Schöneres im Berufsleben.

Wichtigste Frage: Darf man während der Ausbildung den Massagesessel benutzen?

Beide: Ja, klar doch.

Benutzt ihr den auch?

Eric: Alle zwei Wochen

Finn: Bisher nicht.

Finn, ab geht’s, ausprobieren!

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