“Lass ma’ eben schnell ‘ne App machen”

CashCheck
Betrag eingeben, Rubrik auswählen, fertig. So schnell lassen sich alle Ausgaben mit Cashcheck erfassen.

Oder: Wie wir zu unserer ersten eigenen App kamen. Und was wir daraus gelernt haben. Ein persönlicher Rückblick.

Wie jedes Jahr saßen meine Frau und ich zusammen und wir haben unseren privaten Finanzplan aufgestellt. Die fixen, wiederkehrenden Kosten waren schnell aufgestellt und in monatliche, viertel-, halb- und jährliche Ausgaben aufgeteilt. Und dann ging das große Schätzen los: Was gibt man denn so für’s Tanken, den monatlichen Einkauf oder aber auch Apotheke und Tierarzt aus? Und was gibt es da wohl noch alles, was man nicht auf der Uhr hat? Diese täglichen, kleinen Kosten blieben völlig nebulös.

“Dafür muss es doch ‘ne App geben”, dachte ich mir. “Es gibt für alles ‘ne App!” Und machte mich im Store auf die Suche. Ergebnis: Apps, die ungefähr das machen, was ich wollte, gab’s viele. Aber GENAU das, was ich suchte, gab es nicht.

Was suchte ich denn eigentlich genau? Ich stellte mir meine Frau beim Einkaufen vor: Einkaufswagen und Hände voll und dann soll sie noch die gerade getätigte Ausgabe in ihr Smartphone tippen.

Um den WAF (= women acceptance factor) zu haben, muss es die schnellste und einfachste App sein. Die gab es aber nicht! Es gab viele hässliche, es gab einige schöne (die man vorher eineinhalb Stunden vorkonfigurieren musste) – und es gab ganz, ganz viele schlicht sinnlose Apps.

Aber es gab keine, mit der man, ohne einen Klick zu viel zu machen, eben mal schnell seine Ausgabe eingeben konnte. Also schnappte ich mir in der Agentur einen unserer iOS Entwickler und hab ihm gesagt: ”Lass uns ma’ eben schnell ‘ne App machen”

Eben mal schnell war anfangs auch die genau richtige Herangehensweise: Eine kurze gemeinsame Konzeptphase und dann “Rapid Prototyping” mit vorgegebenen Elementen zeigte schnelle Ergebnisse und verhalfen uns, die App kurzfristig “anfassbar” zu machen.

Toll, jetzt nur noch ein wenig optimieren und überflüssige Klicks entfernen und fertig ist das Baby…

Wäre da nicht der Ehrgeiz und die Einsicht, dass wir hier etwas geschaffen haben, was nicht nur meiner Frau, sondern eigentlich jede/r brauchen könnte. Also haben wir uns noch einmal in etwas größerer Runde hingesetzt, einen weiteren überflüssigen Klick wegprogrammiert, ein, zwei weitere Features ergänzt und ein schickes Design drüber gegossen:

Und dann im Frühjahr 2014 für lau in den iTunes Store gestellt.

Für lau? Ja, für LAU. Für uns bedeutete LAU: Learn And Understand

Zum Beispiel: Was ist beim Einstellen zu beachten? Wird eine App von den Leuten geladen? Und wenn ja, wie oft? Wie verläuft die Downloadkurve und wann ist unser Baby im App-Nirvana verschwunden? Geben User Feedback und was für Vorschläge haben sie?

Tja, nun ist unser Baby ein Jahr geworden und wir haben tatsächlich viel gelernt. Einiges wollen wir heute mal mit Euch teilen:

  • z.B dass über 12.000 User anscheinend das gleiche Problem haben und sich weltweit (wir haben sie mittlerweile auf Englisch und Chinesisch lokalisiert) die App geladen haben. Und sie auch benutzen.
  • Wir haben auch gelernt, dass die täglichen Ausgaben gerne einmal wöchentlich erfasst werden – meistens abends.
  • Am liebsten beginnt man wohl die Woche mit dem Eintrag der Ausgaben der Vorwoche: Montag und Dienstag sind die stärksten Tage.
  • Und man braucht im Schnitt etwa 2 Minuten, um seine Ausgaben zu erfassen.
  • Die meisten Anwender sind scheinbar auch recht zufrieden mit der App: sie geben uns im Schnitt 4,5 Sterne und über 50 durchweg positive Kommentare.
  • Das Auto-Update-Feature von iOS funktioniert super: tatsächlich hat man auf iOS ungefähr nach einem Tag eine neue Version auf nahezu allen unterstützten Geräten. Zumindest auf weit über 90%.
  • Und wir haben gelernt, dass wir stolz sein können auf eine App, die in ihrem ersten Lebensjahr – ohne Werbeunterstützung! – fast durchgängig 7 Monate lang im Bereich “Finanzen” in Deutschland unter den Top 100 war. Und das bei einem starken Wettbewerb, denn in diesem Bereich befinden sich auch alle Banken-Apps, die mit massiven Werbedruck in den Markt gepresst werden… Zum Vergleich: man spricht von einer “Zombie-Quote” von 83% für Apps, die nie im sichtbaren Bereich im Store auftauchen.

Und das Beste ist: sie hat tatsächlich den WAF – denn meine Frau benutzt sie 🙂

Also: bis hierhin alles richtig gemacht. Danke an alle, die mit so viel Spaß und Enthusiasmus dabei waren! Und jetzt schauen wir mal, was wir in diesem Jahr noch weiter daraus machen… wir haben auf jeden Fall Blut geleckt und wollen unser erstes eigenes Produkt immer weiter verbessern.

Ach ja – für alle, die sie noch nicht haben: https://itunes.apple.com/de/app/cashcheck-haushaltsbuch-ausgaben/id811202403?mt=8

 

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