Wie Integration gelingen kann: Hackerschool — zuerst cool, jetzt auch nachhaltig

Job, Doktorarbeit, Ehrenamt und Kinder. Da ist der Tag irgendwann auch mal rum. Julia Freudenberg ist ein Multitalent. Oder eher: ständig unter Strom. Gestresst wirkt sie trotzdem nicht, als sie am Mittwoch vor dem G20-Gipfel zur Ministry Group kommt, um sich vorzustellen. Etwas über 1,70 Meter groß, kurze braune Haare, ihre Tochter Laura an der Hand. Drei Jahre alt. Beide sind mit dem Fahrrad in die Speicherstadt gefahren: „Bahnverkehr ging heute gar nicht.” Julia ist die neue und erste Festangestellte der Hackerschool — sie wird Kids, Geflüchtete und Unternehmen zusammenbringen, um ein nachhaltiges Projekt großzuziehen. Ein Spagat oder ein Meisterwerk? Sicherlich beides.

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Ministry und die Augenhöhe Camps 2016

 

Augenhöhe wird bei uns groß geschrieben. Ist aber auch der Titel eines durch Crowdfunding finanzierten Films für eine bessere Arbeitswelt. Der erste AUGENHÖHE Film hat 2015 viele Menschen und Unternehmen wachgerüttelt und dazu inspiriert, aus alten Arbeitsroutinen auszubrechen. Seitdem ist eine ganze Menge passiert. So finden in Hamburg, Frankfurt, Berlin und München die Augenhöhe-Camps, sowie deutschlandweit diverse Augenhöhe-Stammtische, statt. Die Idee ist zur Bewegung geworden. Wir waren kürzlich in Hamburg und Berlin als Sponsoren und Teilnehmer dabei und möchten nun, mit etwas Zeitverzug, dennoch unbedingt, darüber berichten!  Ministry und die Augenhöhe Camps 2016 weiterlesen

Noch ein HR-Event? Oh yes! Darum brauchen wir die New Work Future Konferenz #newwf16. Mit Ticketverlosung!

HR-Konferenzen und Employer Branding Tagungen gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Warum haben wir dann trotzdem gemeinsam mit unserem Partner trendquest die New Work Future Konferenz, die am 9. Juni 2016 in Hamburg stattfinden wird, ins Leben gerufen? Noch ein HR-Event? Oh yes! Darum brauchen wir die New Work Future Konferenz #newwf16. Mit Ticketverlosung! weiterlesen

Solutions.Hamburg 2015: Hut ab, es war groß(artig)!

Voller Highlights: die #shh15
Voller Highlights: die #shh15

Kinder, wie die Zeit rennt! Schon sind wieder drei Wochen vergangen, seit die Solutions.Hamburg 2015 vorbei ist. Wir freuen uns, dass wir mit unserem Track “Going mobile” als Qualitätspate ein Teil dieser Veranstaltung auf dem Kampnagel-Gelände sein durften. Hier mein persönlicher Rückblick als Moderator des Tracks:

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Rückblick auf die AllFacebook Marketing Conference 2015 in München

AllFacebook Marketing Conference

Es war wieder so weit, die AllFacebook Marketing Conference.

Diesmal ging es für AntTrail in Persona von André und Tilman nach München. Es folgt ein subjektiver Reisebericht: Rückblick auf die AllFacebook Marketing Conference 2015 in München weiterlesen

Oh Facebook mein Facebook – fans oder Fans?

Wer seine Strategie auf bezahltes Wachstum ausrichtet, muss sich nicht wundern, wenn das organische Engagement sinkt.

Die Frage, ob Facebook nun sinnvoll für Marketer ist oder nicht und welche Zielgruppen nun erreichbar sind, beschäftigt die Experten nicht erst seit gestern. Sei es die Aussage von Forrester-Analyst Nate Elliott, dass Facebook mit der letzten Ankündigung quasi die „organische Reichweite killt“ (nebst Gegenargument vom langjährigen Ford Social Media Verantwortlichen Scott Monty), sei es die Überprüfung der These, dass Teenies von Facebook flüchten von Christiane Henne für WuV (ausgerechnet WuV, deren Tochterblatt Lead Digital quasi wöchentlich Facebook totschreibt), oder die etwas ältere These von Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach: „Wer nicht zahlt, ist nicht sichtbar.“

Insbesondere die letzte Aussage hat mich dazu verleitet vor zwei Wochen auf der AllFacebook-Konferenz in Berlin zu sprechen.  „The Sweet Spot of Community Management – Erfolgreich auf Facebook ohne Werbung“ war meine Gegenthese und da die Slides ohne Tonspur nicht wirklich funktionieren, möchte ich an dieser Stelle noch mal etwas ausholen.

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©2014 Scott Davidson – AllFacebook Marketing Conference

Warum diskutieren wir über Facebook Werbung? Die landläufige Meinung ist: „ohne Werbung geht es nicht“, denn Posts kommen nicht in den News-Feed der Fans. Dies hat vor allem zwei Gründe: Es gibt mehr Nutzer, mehr Seiten, mehr Content und genauso wie bei Blogs hat sich die Ratio von Angebot und Nachfrage ganz extrem verschoben.

Man denkt also schon sehr früh an die Bewerbung, was zur Folge hat, dass Visuals nur 20% Text haben und auf den Click optimiert sind.

Eine Basis für die Entscheidung pro Werbung sind die KPIs, die alle sinken. Allerdings ist das Problem doch, dass die Zahlen nicht vergleichbar sind. Ja: man kann Pages in Größen-Cluster gruppieren und Rückschlüsse ziehen, aber man kann ja nicht einmal die Zahlen mit denen der vergangenen Jahre vergleichen. Wie schon gesagt, es gibt mehr User, mehr Pages, und nicht nur die Fanzahl hat sich verändert, so dass die Resultate anders werden, sondern Facebook hat sowohl den Newsfeed-Algorythmus als auch Regeln für Pages geändert.

Die Prämisse  – Facebook-Werbung muss sein, Reichweite um jeden Preis – ist falsch, denn der Blick auf die Community wird verfälscht. (Kleiner Einschub: Wir schalten für unsere Kunden auch Werbung, wenn das ins Konzept passt, aber erst, nachdem wir „nackte“ Insights gewonnen haben. )

In meinen Augen ist es nicht sehr sinnvoll, dass man sich auf der einen Seite Storytelling auf die Fahnen schreibt, fans zu Fans machen möchte und dann a priori diskutiert, wie viel Budget jeder Post bekommen soll. Ja, es kann sein, dass man später Anzeigen schaltet, aber man kauft ja auch nicht das Bleichmittel bevor man versucht hat, den Fleck mit normalem Waschpulver rauszukriegen.

Der Punkt:
Wir wollen echte Fans, die miteinander interagieren; auf einer Plattform, die wir ihnen bieten. Darauf sollte die Strategie ausgerichtet sein, nicht auf das künstliche Aufblasen der Community, was dann dazu führt, dass Kunden fragen stellen wie „Was schätzen Sie wie viele unserer Fans echte Fans sind?“

Die Inhalte müssen für die echten Fans relevant sein, damit diese liken, kommentieren und sharen.

Nochmal:

Die Inhalte müssen für die echten Fans relevant sein, damit diese liken, kommentieren und sharen.

So fällt die sinkende durchschnittliche organische Reichweite kaum ins Gewicht, weil die Engagement-Rate hoch bleibt.

Deswegen fangen wir bei unseren Überlegungen immer mit „Why“ an – warum ist jemand Fan unserer Seite geworden (echter Fan)? Was könnte ihn interessieren? Daraus entwickeln wir verschiedene Storylines und testen diese zunächst ohne Werbung. Nur so können wir überprüfen, ob wir mit unseren Thesen richtig liegen.

Und nur wenn wir auf inhaltlich-bedingtes, organisches Wachstum setzen, müssen wir nicht für eine hohe Engagement-Rate zahlen… Und dann freuen wir uns über solche Ergebnisse:
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Mediale 2014 – Vortrag zu Bewegtbild im Internet

Bewegtbild für das Internet ist eine neue Disziplin. Was bedeutet das für die Konzeption und die Filmproduktion?

Daniel Engemann hat sich zu diesem Thema auf der Mediale 2014 in Hamburg geäußert. Die Präsentation zum Vortrag findet ihr hier: Online Video – its not just Cats

AllFacebook Marketing Conference: Ein Tag Facebook, ein Tag voller Antworten

Insgesamt 13 Vorträge mit dem Kerninhalt Facebook sorgten mehrheitlich für gute Unterhaltung, zeigten viele Stolpersteine auf und gaben teils wertvolle Tipps für Unternehmer, aber auch Social Media Experten. Auch schön ist, dass ihr fast alle Präsentationen hier findet. Daher verzichte ich auf weitere Verlinkungen im Beitrag.

AllFacebook Marketing Conference (Bild von allfacebook.de)
AllFacebook Marketing Conference (Bild von allfacebook.de)

Zu Beginn der Veranstaltung gab es einen erfrischenden Beitrag von Gerald Hensel (S&F), der auf den Tag mit und um Facebook einstimmte. In 10 Punkten zeigt er die typischen Fehler von Unternehmen mit dem Medium Facebook auf. Und er machte Lust auf mehr.

Leider konnte das Niveau nicht gehalten werden und der Kollege von Facebook, Moritz Schäufele, spielte sich mit einer schwachen Vorstellung über das PMD selbst ins Abseits. Anschließende kritische Fragen wurden vornehmlich mit „Das ist nicht mein Kerngebiet, da fragt lieber jemand anderes“ beantwortet.

Die Vorträge über Facebook Ads waren für einige Unternehmer sicherlich wertvoll, wenn sie noch nie Ads geschaltet haben. Ansonsten wurden nicht mehr als die Basics erklärt und erwähnt, dass iCrossing bzw. AdPalor tolle Ad-Tools haben. Gehört meiner Meinung nach nicht zwingend auf eine Konferenz.

Über den Tag verteilt durften Lufthansa Cargo, Telefonica – O2 mit Interone sowie eBay mit Sellaround ihre Praxisbeispiele präsentieren.

Auch wenn bei Lufthansa Cargo ein „B2B“ im Titel des Vortrags zu finden war, ging es doch generell um Fans der Luftfahrt und weniger um mögliche Kunden, was schade war. Trotzdem zeigten sie auf, dass Social Media vom ganzen Unternehmen getragen werden muss und die besten Inhalte doch oft bei den eigenen Mitarbeitern zu finden sind.

O2 hingegen nutzt die unterschätzten Tabs und verwandelt Facebook zum „Browser“. Durchaus interessanter Ansatz, doch als gerade meine Neugier geweckt war, wurde das Prinzip von Thorsten Habermann und Christian Clawien (übrigens auch schon auf der Next13 mit dem Thema Big Data zu finden gewesen) sehr kritisch reflektiert. Manchmal dann doch bitte zu seinen eigenen Ideen und Konzepte stehen.

Und letztlich gab es noch den Beitrag von eBay und Sellaround, der mich leider nicht erreicht hat. Der Vortrag begann wenig spannend, so dass ich die Chance zum Netzwerken außerhalb des Raumes nutzte.

Eines der Hauptthemen war die steigende mobile Nutzung von Facebook, bereits 35% der Nutzer sollen vornehmlich mobil „liken“ und „sharen“. Aber kaum eine Facebook App ist optimiert für die mobile Nutzung. Und das ist sehr erschreckend. Sicherlich ist es immer eine Frage des Budgets, doch zumindest eine Fallbackseite sollte drin sein, und das dauert keine 4 Stunden. Hervorragend aufgearbeitet haben es vor allem Jasper Krog und Christian Lee Rottmann von Edelman Digital, der wohl größten Social Media Agentur.

Unter Berücksichtigung der mobilen Nutzung stirbt laut Michael Kamleitner (Die Socialisten) der klassische Gewinnspiel Tab aus. In seiner sehr guten Präsentation zeigt Kamleitner, dass Gewinnspiele in Kombination mit Open Graph unglaublich viel Potential entwickeln können, wird jedoch 1/3 des Potentials auf Grund falscher Konzeption und Programmierung verschenkt. Da Gewinnspiele immer noch ein gutes Zugpferd zur Fangewinnung sind, war der Beitrag sehr wertvoll für uns.

Nach der Fangewinnung ist vor dem ROI. Oder: Welcher meiner Fans wird zum Kunden? Und wie hoch liegt der CPR?

Martin Szugat von SnipClip hat hier reichlich Erfahrung gesammelt und diese mit uns geteilt. In seinem Vortrag zeigte er die Problematiken des klassischen Funnels auf, welche Metriken funktionieren und wie die Ergebnisse dank kleiner Anpassungen optimiert werden können. Auch wenn Szugat kein Allheilmittel aufzeigen konnte, so zeigt er den Unternehmern den richtigen Weg, ihren eigenen ROI zu finden.

CPR von Martin Szugat/SnipClip
CPR von Martin Szugat/SnipClip

Die letzten beiden Vorträge gehörten Johannes Lenz und Curt Simon Harlinghausen von AKOM360. Lenz nahm in seinem Vortrag den Newsfeed genauer unter die Lupe und erklärte diesen auch sehr gut. Seine 3 1/2 Thesen, die schon im Titel des Vortrags angekündigt waren, sind leider sehr nett ausgefallen, ein „stupid!“ am Satzende konnte ihnen auch nicht mehr Provokation einhauchen und somit zu einer regen Diskussion anregen.

Den Abschluss machte Harlinghausen und ging auf die Facebook Graph Search ein. Zuerst erklärte er die Funktionsweise von Suchmaschinen, warum Menschen suchen und was sie finden wollen. Das Schlagwort hier: Relevanz. Und wen wundert es, dass hinter der Graph Search ehemalige google Entwickler sitzen? Interessant zu wissen ist, dass die semantische Suche bei Facebook nicht auf Links basiert (wie bei google), sondern auf Basis der Nutzer und ihrer Handlungen.

Gut gemacht ist der Übergang von Information hin zu möglichen Business Cases und Tipps für Unternehmen. Wir freuen uns bereits auf die Einführung der Graph Search und den damit verbundenen Geschäftsmodellen.

Die Allfacebook Marketing Conference war inhaltlich breit aufgestellt mit dem Fokus auf aktuelle Trends und Entwicklungen und konnte damit überzeugen. Schade war, dass nach den Vorträgen das Netzwerken auf ca. eine Stunde beschränkt war. Unter anderem lag es eben nicht an den Teilnehmern, sondern an dem sehr beschränkten Ausschank und den Sponsoren, die Ihre Stände förmlich abrissen, während vielerorts noch spannende Gespräche geführt wurden. Hier wünschen wir uns eine bessere Lösung und gerne kommen wir im November wieder.

‚Here be Dragons‘ und die Ritter der Schwafelrunde

Warum heißt die Konferenz Next und hat den Untertitel Here be Dragons? Weil Sie dem Publikum Ausblick auf die Zukunft gibt, es zu Innovationen anregt und vor allem die Angst vor Drachen* nimmt. Die Angst also vor Big Data, Context, neue Interfaces, dem Markt? Ich bin mir nicht sicher. Meine Ängste heißen eher Urheberrechtsschutz, Datenschutz, Datendrosselung, Kurzlebigkeit.

Die Next 13 hat dieses Jahr nicht halten können, was sie (oder ich mir?) versprach.**
Die Next 13 hat dieses Jahr nicht halten können, was sie (oder ich mir?) versprach.**

Da sitze ich nun in einem Workshop und bekomme erklärt, wie toll doch AR, QR-Codes, RFID und NFC sind und dass ich meine Kunden damit bedienen solle, um diese langfristig für mich zu gewinnen. Oder ich höre mir im nächsten Vortrag zum wiederholten male an, dass Daten das Öl des 21. Jahrhundert sind. Nicht zu vergessen, dass im Internet of Things Gegenstände miteinander kommunizieren. Das ist Innovation! Aus den letzten Jahren, wohl gemerkt.

Trotzdem kann es spannend sein, wenn ich die Themen weiterdenke. Überlege, was ich mit den Daten oder Things machen kann, wie ich kombiniere, neue und nützliche Produkte entwickle. Aber das haben leider nur wenige vermitteln können. Alleine einige provokative Thesen oder Anregungen hätten den Großteil der Vorträge und Workshops sehenswert gemacht. Aber statt ein wenig Pioniergeist an den Tag zu legen, haben die meisten nur von ihren bisherigen Erfahrungen berichtet. Erfahrungen, die unser einer auch schon machen durfte. Auch ein Peer Steinbrück konnte mit seiner wohl kaum selbstgeschriebenen Rede nicht überzeugen. Und bevor ich nun auf die zehn oder zwölf Vorträge eingehe, die meiner Meinung nach Zeitverschwendung waren, folgend die Gewinner der Next 2013.

Hervorzuheben gilt es in diesem Fall Dan Hill mit seinem wirklich inspirierenden Vortrag „City of Sounds“. Für mich das absolute Highlight auf der Next13. Dan Hill zeigt die digitalen Missstände von Städten auf und zeigt innovative Maßnahmen von so genannten smart citizens.

„We must look somewhere else for inspiration, to the most important aspect of smart cities. That would be smart citizens.“

Empfehlenswert dann entsprechend sein Essay, der Basis für sein Vortrag war.

Weitere sehenswerte Vorträge gab es von Harper Reed (hier geht’s zum Video), welcher schlicht weg gut war, und den Kollegen vom „Design Research Team“ um Gesche Joost der Universität der Künste Berlin mit wirklich starken Ideen. Auch haben Sie aufgezeigt, wie wichtig Prototyping sein kann.

Mit Hilfe des Handschuhs können Taubstumme z.B. SMS schreiben.
Mit Hilfe des Handschuhs können Taubstumme z.B. SMS schreiben.

„Prototyping is a way of thinking and go back and forth.“

 

* Siehe Seite 28/29 

** Hier sei erwähnt, dass ich nicht alle Sessions gesehen habe und entsprechend nicht alles beurteilen kann.