Launch: Real Life – Living with technology

Seit knapp zwei Wochen ist Real Life unter reallifemag.com online. Es handelt sich dabei um Essays, lange Essays about living with technology. The emphasis is more on living. Oder wie Editor-In-Chier Nathan Jurgenson es ausdrückt, it “won’t be a news site with gadget reviews or industry gossip. It will be about how we live today and how our lives are mediated by devices.” Der Absender: Snapchat. (Bericht auf Business Insider.)

Wie Marketing-Expertin und Chief Content Officer Ann Handley zurecht fragt:

Warum? Wie passt das zu einer Messaging App? Wie passt Langtext am Bildschirm zu vergänglichen 10-Sekunden-Videos, geschweige denn zur Zielgruppe?

Vorab: Die Texte gefallen mir richtig gut. Das Produkt Snapchat taucht nur am Rand auf, es geht tatsächlich um Leben mit Technologie, von Emojis bis zur Wahrnehmung der TSA und wie sie Instagram dazu nutzt, dem entgegenzuwirken. Das ist kein Bild-Niveau sondern anspruchsvoller Text, manchmal auch abstrakt.

Handley sieht im ersten Schritt die folgenden Gründe:

  • Real Life wird Menschen anziehen, die älter sind als die Zielgruppe der Millenials und Generation Z.
  • Real Life gibt Snapchat eine nicht-mobile Desktop Location.
  • Real Life gibt Snapchat möglicherweise eine weitere Einnahmequelle über Anzeigen.

Beim letzten Punkt würde ich Einspruch erheben, denn bisher sieht Real Life sehr übersichtlich und gut lesbar aus. Stelle ich mir Anzeigen daneben vor… ich hätte nur noch halb so viel Lust das zu lesen.

Darüber hinaus spricht sie die Metaebene an, the bigger picture, und zitiert Medium-Gründer Ev Williams, der Medium gegründet hat, um „besser zu verstehen, was in der Welt wichtig ist“. Oder Jack Dorsey, Gründer von Twitter: Twitter bedeutet Verschiedenes für verschiedene Menschen zu verschiedenen Zeiten“, oder anders, „live Kommentar, live Vernetzung, live Gespräch“.

Ihre These zwischen den Zeilen ist, dass Real Life helfen könnte, Gründer Evan Spiegels Vision von Snapchat heraus zu arbeiten. „App-first Netzwerk, das zumindest bis jetzt viele neue Wege geht, und bis jetzt viele neue Nutzer anzieht“ ist mit Sicherheit nicht das, was ihn treibt…

Für den interessierten Leser im Gemisch Mensch/Gerät/Kultur definitiv zunächst eine Leseempfehlung. Alles weitere wird man sehen.

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Veröffentlicht von

Sebastian Keil

Geschäftsführer bei Anttrail, Stratege, Schlechte Witze-Erzähler, Mobile First

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