Rückblick auf die AllFacebook Marketing Conference 2015 in München

AllFacebook Marketing Conference

Es war wieder so weit, die AllFacebook Marketing Conference.

Diesmal ging es für AntTrail in Persona von André und Tilman nach München. Es folgt ein subjektiver Reisebericht:

Los ging es mit der Keynote „Video is the new Selfie“, wo Arne Henne von Facebook mit Unterstützung von Onur Elci von Kitchen Guerilla die nativen Videos von Facebook propagieren. Nichts Neues gibt es derzeit von Facebook zu berichten – die Zahlen sind toll, aber mal wieder aus den USA und somit nicht so einfach auf den deutschen Markt zu übertragen. Der Case von Kitchen Guerillas ist sehr speziell, so dass man keine Inspiration, abgesehen von der nächsten selbstgemachten Pesto, mitnehmen kann. Warum auch, läuft ja bei Facebook. Insbesondere dank des Autoplays.
Fakt ist, dass Facebook tatsächlich KMUs ermöglicht, mit Bewegtbild Massen zu erreichen. Früher war das TV nur für die Großen. Aber die Gefahr, die wir sehen: Facebook ist ein Durchlauf-Kanal, (evtl. teure) Videos verschwinden nach einer Zeit. YouTube bietet immerhin eine organische Suche, ein langfristiges Archiv.

Spannender wurde der Vortrag von Matthias Mehner von ProSiebenSat1, der am Beispiel von The Voice of Germany die Aktivitäten und den Rückfluss der Social Media Strategien aufzeigt. Allgemein kommen bei ProSiebenSat1 98% der Besucher der Webseiten über Facebook. Das sind unglaubliche Zahlen, wenn man aber die Anzahl der Postings pro Woche hört, und zwar 2.500, wiederum verständlich(er). Die anderen Kanäle wie Twitter gehören nicht zu den Traffic Drivern, aber auch hier werden mehr und mehr spezielle Kampagnen entwickelt. Wie z.B. die idolcard [http://idolcard.com], welche sehr erfolgreich war.
Ein großen Vorteil bei den Shows ist natürlich, dass die meisten Folgen bereits abgedreht sind und die Redaktion Postings vorschreiben kann. So ist der Second Screen mit 25 vorbereiteten Postings mehr als nur aktuell und relevant und es kann in den Shows immer wieder auf die Social Media Kanäle hingewiesen werden.
Die Slides gibt’s hier.

Im Anschluss folgte ein Beitrag zum Visual Content bei BMW von Björn Ollhäuser. Der Vortrag handelte primär um den Auftritt von BMW auf Instagram, wie sie nach und nach ihren Kanal visuell optimiert haben und immer erfolgreicher wurden. Spannend zu erwähnen ist hier, dass BMW sehr gute Influencer Relations betreibt. So gefiel uns die Idee gut, Instagram-Nutzer auf ein Fotoshooting zu schicken. Nicht nur, dass die Influencer Spaß daran haben und davon berichten, sondern von einem Profi lernen können und deren Bilder (über BMW) noch besser werden. Ansonsten gab es keine weiteren Insights für Social Media Manager, die bereits auf Instagram aktiv waren.
Die Slides gibt’s hier.

Der Beitrag von Sixt und Projector zum Thema Website Custom Audience (WCA) und Facebook Exchange (FBX) war beeindruckend, da die Kollegen Christoph Assmann und Steffen Jecke Advertising auf hohem Niveau betreiben, abgesehen von sehr schönen Zahlen aber nicht mit Neuerungen aufwarten konnten (gibt halt gerade keine). Wir halten trotzdem noch mal fest: WCA hat die besten Zielgruppen mit spitzen Werten bezüglich Actions und Conversions, FBX hat die Retargeting Funktion mit dynamischen Ads. Wem die Slides nicht genügen, so haben Steffen und Julia von Projector auch ein Whitepaper veröffentlicht, zu finden auf ihrer Webseite: http://www.projecter.de/facebook-remarketing.html
Die Slides

Nach der Kaffeepause ging es weiter mit Sebastian Franz von der Hamburger Agentur elbkind und seinem Beitrag zur richtigen Facebook Strategie. Im Kern ging es darum, dass die reine Fanzahl der Facebook Page als KPI längst ausgedient hat und höchstens noch im Zusammenspiel mit anderen Metriken von Relevanz ist. Ein Fokus nur auf diese Zahl wurde sehr bildhaft als “digitaler Schwanzvergleich” bezeichnet. Vielmehr geht es um die qualitative Reichweite (welche natürlich bei einer höheren Fanzahl auch größer sein kann), also um das Nutzerverhalten des Users. Mit einigen Beispielen wurde dann noch aufgezeigt, wie elbkind selber bei ihren Kunden an die Sache rangeht.

Der Vortrag von Sascha Boehr und Michael Höcker vom Landwirtschaftsverlag GmbH war in der Hinsicht spannend, dass der Verlag mit Social Media Geld verdient. Als Nischenprodukt haben sie eine sehr aktive Zielgruppe und konnten bereits Abos über Facebook, Twitter & Co. an den Mann (oder Bauern) bringen. Der Kern des Vortrags jedoch handelt von der Organisation von Social Media Teams und welche Strukturen und Tools hilfreich sind. Wer hier noch Reibungsverluste erlebt, dem empfehlen wir die Folie 46 vom Vortrag.
Die Slides

Weiter ging es mit  Ludovic Simoens von Paramount Home Entertainment & Martina Zurhold der Inpromo GmbH zum Thema “Content Strategie am Beispiel – Paramount Home Entertainment auf Facebook”. Nach einem großartigen Auftakt des Vortrages mit einem Trailer über die gesamte Bandbreite der Paramount-Filme verflachte der Vortrag leider zunehmends. Vielleicht mag es an den Problemen mit der technischen Ausstattung zu Beginn des Vortrages gelegen haben, aber mir persönliche fehlte dem Vortrag ein gewisses Highlight bzw. etwas mehr Esprit. Ja, Paramout Home Entertainment hat nur eine Facebook Page für alle Marken und ja sie haben mehr Fans als die US Page, aber was sagt das wirklich aus? Interessanterweise fährt Paramount auch eine ganz andere Strategie als ProSiebenSat1. So werden hier bspw. nur 2 Postings für das allsonntägliche Navy CIS abgesetzt und nicht 25 wie bei TVOG.
Die Slides!

Nach einem leckeren Mittagessen (Vielen Dank ans Orga-Team an dieser Stelle) ging es mit dem Case von Decathlon weiter. Carina Plach mit Unterstützung von Alexander Weltzsch (Facelift) zeigten, wie sie mit Hilfe von Social Media Kampagnen Leute in den Store holen. Insgesamt ist die Idee nett, Fans digital ein Produktrabatt zu definieren und so in den Laden zu führen, um dort ihre selbstbestimmte Rabattaktion in Anspruch zu nehmen. Die Durchführung, auch mit den Store-Management, zeigt, das Decathlon bereit ist, für Social Media nicht nur Geld, sondern auch Zeit zu investieren, was wir sehr zeitgemäß finden.

Wie zu erwarten war, bildete der Vortrag von Thomas Hutter für viele ein Highlight des Konferenz-Tages. Dass der Großteil der Zugriffe auf Facebook mittlerweile über das Smartphone erfolgt, sollte kein Geheimnis mehr sein. Welche Konsequenzen das für uns Werbetreibende hat und worauf man dabei achten sollte, war aber sicherlich für sehr viele interessant. Auf dem Newsfeed des Smartphones ist die Betrachtungszeit noch einmal beachtlich kürzer als auf dem Desktop und daher muss ein Ad innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde herausstechen und überzeugen. Die Schlussfolgerung daraus: “Ads müssen Daumenstopper sein.” Anhand vieler Beispiele erläuterte Thomas Hutter sehr gut was gute von schlechten Ads unterscheidet. Auch auf Kleinigkeiten wurde geachtet, bspw. dass ein Bild nicht rechtslastig aufgebaut sein sollte, da die meisten als Rechtshänder mit dem rechten Daumen scrollen und so der wichtigste Teil des Bildes verdeckt wäre (ist mir als Linkshänder noch nie in den Sinn gekommen). Nach Bild-Ads widmete sich Thomas Hutter den Mobile Video Ads. Hier wurden Beispiele gezeigt wie das Autoplay optimal genutzt werden kann und welche Probleme sich ergeben können durch das Abspielen ohne Ton. Mit ein paar interessanten Zahlen zum Thema CTR und CPC wurde der Vortrag gut abgerundet.
Die sehr ausführlichen Slides findet Ihr hier hier.

Am Nachmittag, wo das Publikum bekanntlich müder wird, schafft es Karim-Patrick Bannour alle Besucher wieder aufzuwecken. In seinem #Bash (Hashtag-Bash) zeigt er kuriose Beispiele, was man machen kann, aber nicht sollte, machen sollte, aber nicht funktioniert usw.
Wichtig! Jeder kennt ja die tolle Webseite penisland.com und will seitdem dringend einen neuen Füllfederhalter, aber das Web kennt kein Erbarmen. Wer bei der Hashtag Vergabe nicht alle Schreibweisen bedenkt, hat sich auch die Trolle verdient.
Noch wichtiger! Facebook Hashtag Suche funktioniert so gut wie gar nicht, oft gibt es keine Ergebnisse.
Auch wichtig! Trotzdem kann ein konsequenter Einsatz von Hashtags richtig sein. Ist ein Hashtag gut inszeniert wie zum Beispiel der TBT (throw back thursday), macht er auch Sinn.
Hoffen wir, dass die Slides noch veröffentlicht werden, damit wir noch mal schmunzeln können. //NACHTRAG, prezi ist da 🙂

Wie gewöhnlich bildete das aktuelle Facebook Rechtsupdate 2015 vom Dr. Carsten Ulbricht den Abschluss der AllFacebook Konferenz. Anhand des Beispiels von Jan Böhmermann wurde aufgezeigt, wie wenig sich selbst “Medienmenschen” mit dem Urheberrecht auskennen. Was ist geschützt? Was ist der Unterschied zwischen Vervielfältigung und Verbreitung? Und worunter fällt eigentlich “Embedding”? (damit hat sich sogar das EuGH befassen müssen) Abgeschlossen wurde der Vortrag mit dem Datenschutz und dessen Einschränkungen was die Custom Audiences usw. betrifft. Ein guter und interessanter Konferenztag fand somit mit Dr. Carsten Ulbricht ein würdiges Ende.
Die Präsentation zum Nachlesen gibt’s hier.

Wir freuen uns auf die nächste AllFacebook Konferenz im November, dann wieder in Berlin.

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