Snapchat-News: Werbung, Memories und Privatsphäre

Eine spannende Zeit im Social Media Marketing Dschungel. Facebook schraubt am Algorithmus und zeigt in Zukunft mehr Updates von Freunden und weniger von Unternehmen. Snapchat legt nach den neuen Anzeigen-Formaten und Partnern noch einen drauf und führt die Funktion Memories ein.

Zuerst noch mal zu den Anzeigen-Formaten bzw. Werbung auf Snapchat. Zeitlich passend zu den Werbe-Festspielen in Cannes hat Oracle ein Studie veröffentlicht die besagt, dass Werbung auf Snapchat höchst effektiv ist. In 92% der Kampagnen sein ein positiver Einfluss auf das Konsumverhalten messbar gewesen. (Direktlink zur Oracle-Veröffentlichung)

Diese Veröffentlichung ist übrigens nur ein erster Schritt, die Partnerschaft ist langfristig angelegt, ohne Zweifel um den Marketern (vor allem im Neuland Deutschland 😉 ) die Angst zu nehmen/eine Berechtigung zu geben, in Snapchat-Werbung zu investieren.

Laut McCann CCO Elke Klinkhammer geht es bei Snapchat-Werbung vor allem um Momente und Context (im Horizont-Interview). Mir persönlich fehlt da einerseits vollkommen der Kampagnen-Gedanke – Natürlich bietet Snapchat am ehesten die Möglichkeit, mal etwas ganz anderes zu machen, den Brand zu strecken, aber die Kampagne außen vor zu lassen hatten wir auch zu Beginn bei Facebook – hat auch nicht geklappt. Silodenken bringt uns nicht wirklich weiter. Andererseits darf man Snapchat nicht wie ein gelerntes Medium verstehen, sondern muss sich dem neuen Charakter öffnen: Snapchat ist ein vollkommen neues Spielfeld. (Wie man Kampagne und 3V auf eine neues Spielfeld bringt hat kürzlich DJ Khaled für Las Vegas gezeigt.)

Snapchat Memories scheint mir auf den ersten Blick die Brücke zwischen der plattformimmanenten Vergänglichkeit und dem ständigen „Save to Camera-Roll“ und dann nicht wissen, wohin mit dem Video. Eine sehr sanfte Abkehr vom vollständigen Schutz der Privatsphäre. Denn, und das wir im Memories-Erklärvideo sehr deutlich, es hängt alles von den Nutzereinstellungen ab. Mir kommen da sofort die vergleichbaren Schritte bei Facebook in den Sinn, und ich vermute, dass Memories sanft genug ist, um den Aufschrei zu minimieren.

Was war noch? Gestern hat RA Thomas Schwenke erklärt, wie es sich mit ungefragt zugesandten Penisbildern, äh, Bildern von Auberginen verhält. Auf Snapchat, mit Pombel. In meinen Augen rundum Preisverdächtig. Mein Tipp: gucken, ob er das Video hier veröffentlicht…

(Der Autor ist auf Snapchat unter planetsab zu finden.)

Veröffentlicht von

Sebastian Keil

Geschäftsführer bei Anttrail, Stratege, Schlechte Witze-Erzähler, Mobile First

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