Wir tun, was wir wollen. Und haben damit Erfolg. Napsys im Interview.

Aufgabe: Schau dir diese Memes an und versuche, nicht zu lachen!

Egal, ob du gelacht hast oder nicht: Diese Sätze/Memes sind keine Utopie. Auch, wenn es mancherorts nicht mal im Traum erlaubt ist, seinem Chef gegenüber so etwas auszusprechen. Doch es gibt sie, die Ausnahmen.

Wenn du gern am Wochenende durchschuftest, keine Pausen benötigst und dir Urlaub sowieso lieber auszahlen lässt, geh zu Elon Musk („We’ve grown fucking soft!“) 

Wenn du hingegen schon immer den alten Apple-Slogan „Think Different“ (Here’s to the crazy ones. The misfits. The rebels. The troublemakers.) geil fandest, solltest du vielleicht tatsächlich mal über eine Veränderung nachdenken. Auch, wenn Apple grundsätzlich ähnlich tickt wie Tesla und das Produkt über alles stellt. Allerdings ist das Prinzip dahinter brauchbar: Tu, was du gut kannst, in einer völlig neuen Umgebung.

New Work. Flache Hierarchien. Agile Working. Tu, was du wirklich, wirklich willst. Das mag für dich gerade nach Buzzword-Bingo klingen (und auch Buzzword-Bingo ist bereits ein Buzzword). Doch mitten in der Hamburger Speicherstadt gibt es eine Agenturengruppe, die dir Folgendes ermöglicht: Ein Leben neben und während der Arbeit. Napsys ist ein Teil davon.

Arne und Timo — zwei Mitarbeiter unseres Software-Hauses Napsys — erzählen im Interview, wie es in ihrem Team so abläuft. Auffällig: Mittlerweile merken sie selber kaum noch, wie sehr sie New Work bereits verinnerlicht haben. Beispiel von Arne: „Man kann sich nicht immer alles aussuchen. Hier und da bestimmt natürlich der Kunde.“ Lassen wir das mal sacken.

Übersetzt bedeutet das: Der Kunde bestimmt, was getan wird. Aber der komplette interne Ablauf — sprich wie, wann und vor allem wo — ist ihnen zu 100 Prozent selbst überlassen. Arbeite, wie du willst. Arbeite, wann du willst. Arbeite, wo du willst. Spätestens jetzt bleibt so manchem vielleicht das Lachen im Halse stecken. Aber das ist kein Witz.

Wo Napsys Verstärkung braucht, welche Aufgaben anstehen und weshalb das Team den Hamburger Stadtpark nicht mehr sehen kann? Folgt jetzt …

Was macht ihr bei Napsys morgens als erstes?


Arne von Napsys

Arne: Kaffee holen. Mit Milch, je nachdem, ob die Brötchen schon da sind, nehme ich auch Brötchen

 

 

Timo von Napsys

Timo: Kaffee trinke ich nur, wenn es sein muss. Wegen müde und so. Ich lese dann mit dem Brötchen in der Hand meine Lieblings-Blogs — Technik-Kram — und checke die News, die für mich und unsere Branche relevant sind. Erst mal alles sacken lassen, dann geht’s los.

Was kommt drauf aufs morgendliche Brötchen?

Arne: Fleisch. Wurst. Aber heute Morgen war der Einkauf noch nicht da, deshalb war schon fast alles weg. Ich habe das letzte Bisschen Butter abbekommen.

Timo: Bei mir ist die Butter das Wichtigste. Butter ist mega. Ich brauche Butter.

Arne: Und dann hast du mir den Rest heute trotzdem übrig gelassen?

Timo: Das war eine große Aufopferung von mir. Ja.

Arne: Wow, hätte ich das gewusst.

Timo: Kollegialität beginnt bei den Kleinigkeiten. (beide lachen)

Arne, du bist häufig als Erster morgens da und gehst recht spät. Wie kommt’s?

Arne: Gerade montags. Mit Mails checken, Kaffee und Brötchen holen, Smalltalk … da geht schon Zeit drauf. Mir gehts tatsächlich nicht darum, mindestens acht Stunden pausenlos zu arbeiten. Jeder kann hier seine Arbeitszeit einteilen, wie es ihm am besten passt. Doch es muss auch ne ganze Menge geschafft werden.

Timo: Das beinhaltet auch Kommen und Gehen, wann man will. Gefällt mir mit am besten.

Software-Entwickler gelten oft als Nerds. Hier nicht. Zufall?

Arne: Man darf da die Herkunft von Napsys nicht außer Acht lassen. Die meisten Mitarbeiter sind noch aus Ministry GmbH-Zeiten. Es gibt hier nicht ausschließlich Hardcore-Coding, wir bauen auch gern bunte Homepages, bei denen Grafik und Kreation nötig sind. Schönes Aussehen ist uns genauso wichtig wie Funktionalität.

Timo: Das ist genau der Mix, den wir anstreben.

Napsys-Mitarbeiter machen verrücktes Zeug im Büro.
Napsys. Ein bunter Haufen.

Ihr sucht Verstärkung. Die eierlegende Wollmilchsau?

Timo: Wäre nicht schlecht.

Arne: Wir suchen tatsächlich eher zwei Leute. Es können gern zwei Entwickler sein. Wenn’s nach mir ginge, wäre einer davon tatsächlich eine eierlegende Wollmilchsau — aber eher im Bereich der Konzeption.

Timo: Das heißt, er muss kein Projektmanagement machen. Er gehört ebenso ins Briefing wie ein Designer und Developer. Es folgen dann eher Aufgaben wie Feature-List, Wireframes und Clickdummy.

Wie ist euer Team bisher aufgestellt?

Timo: Wir haben seit Kurzem die erste Frau bei Napsys. Im Januar wurde die Firma gegründet, personell aufgestellt waren wir aber erst im März. Sprich, wir sind erst ein halbes Jahr alt.

Arne: Am Anfang hat auch keiner damit gerechnet, dass wir so schnell auf eigenen Füßen stehen, bereits expandieren müssen und vor allem können. Es ist leider schwierig, gute Entwickler zu bekommen.

Timo: Entwickler sind einfach extrem gefragt. Bei uns auch. Bewerbt euch! (lacht)

Innerhalb des Teams — wie sieht’s da mit interdisziplinärem Lernen aus?

Arne: Bei uns lernen alle voneinander. Sprich: Wir haben hier Experten verschiedener Gebiete. Da wir eine recht familiäre Gruppe sind, kann jeder jedem mal über die Schultern schauen. Timo hat von Anfang an sehr gute SEO und Programmier-Kenntnisse mitgebracht. Davon profitieren wir als Team und jeder Einzelne noch dazu. Wer also genug Eigeninitiative mitbringt, hat hier den Vorteil, dass wir nicht im stillen Kämmerlein, sondern im offenen Büro sitzen.

Timo: Wir haben irgendwie alle den Drang, uns außerhalb des typischen Tagesgeschäfts weiterzuentwickeln. Finn mag beispielsweise Bewegtbild besonders und Grafik. Als Napsys haben wir unsere eigene Etage im Gebäude. Man sieht die Kollegen oft, aber nur, wenn man möchte. Ansonsten sind wir unter uns, als Team.

Hier muss man nicht von früh bis spät im Akkord arbeiten?

Arne: Klar wird nach Kundenwunsch gehandelt. Aber wir leben hier eine New Work-Kultur. Kaffeepausen, Brötchen, Massagestuhl, Kicker, Schaukel, Sofa, Mario Kart … das gehört alles dazu. Wann man möchte. Hier findet jeder seinen perfekten Rhythmus, deshalb haben wir am Ende auch immer höchst zufriedenstellende Ergebnisse. 

Timo: Was ich besonders mag: Niemand sitzt allein herum und schuftet tagein, tagaus das gleiche Zeug weg.

Arne: Wobei das auch möglich wäre, wenn man der Typ dazu ist. Das macht es vielleicht nicht einfacher, aber es wäre nicht das größte Problem, wenn man lieber auf diese Art arbeitet.

Timo: Für alle, die nicht für sich sein wollen: Wir schauen direkt aufs Nikolaifleet, den Geburtsort des Hamburger Hafens, Möwen fliegen vorbei, das Wasser plätschert. Viel Licht, frische Luft, gläserne Raumaufteilungen. Es ist, kitschig gesagt, einfach inspirierend, hier zu arbeiten.

Arne: Mir gefällt am besten, dass jeder ein Teil eines gleichberechtigten Teams ist. Entscheidungen können gemeinsam getroffen und vorher auch diskutiert werden. Jeder kann sich so viel einbringen, wie er möchte. Aber niemand muss. Eine demokratische Arbeitsweise.

Timo: Ach ja. Wir duzen auch all unsere Kunden. Sprich, wir sind nicht nur intern unkompliziert.

Inwiefern unkompliziert?

Arne: Trial and Error. Kurze Wege. Einfach mal machen. Hier wird niemand einen Kopf kürzer gemacht, nur weil mal was in die Hose geht. Fehler sind hier wertvoll, damit sie ausgemerzt werden können. Aber klar, eigentlich geht fast nie was schief, immerhin machen wir den Job schon ein paar Tage.

Timo: Home Office ist auch so ein Thema, das dazu passt. Christoph ist dauerhaft in Bielefeld, Laurenz arbeitet montags und freitags aus Berlin und Jens ist auch einmal die Woche zu Hause.

Arne: Laurenz wohnt sogar eigentlich in Berlin.

Timo: Hat der hier eine Zweitwohnung?

Arne: Das weiß ich gar nicht genau.

Timo: Vielleicht schläft der auch in der Agentur.

Arne: Ich glaube nicht, dass das jetzt verlockend klingt für jemanden, der erwägt, sich bei uns zu bewerben.

Timo grinst und sagt: Bei uns spielt Flexibilität eine wichtige Rolle. Und nicht, weil Kirsten zweimal die Woche Yoga-Unterricht gibt. Wir machen ein tägliches StandUp per Skype. Jeder weiß, was der andere gerade macht. So definieren wir, wer ausgelastet ist. Egal, von wo die Person arbeitet.

Timo: Christoph hat auch mal in Hamburg gelebt. Aus familiären Gründen ist er dann nach Bielefeld gezogen. Das haben wir eine gewisse Zeit lang vorbereitet und nun ist er nur noch zum Feiern zugegen.

Arne: Danach wurde uns erst klar, wie locker wir mit dem Thema “Home Office” tatsächlich umgehen und wie unnötig strikt das woanders gehandhabt wird. Unsere Ergebnisse sind genauso gut wie vorher. Obwohl wir eine Person weniger vor Ort sind. Da sollten sich andere Firmen mal Gedanken machen.

Fehlt zwischenmenschliche Kommunikation bei Dauer-Homeoffice?

Timo: Das ist tatsächlich ein großes Thema. Die Hürde, jemanden aktiv anzurufen, wenn er zu Hause sitzt, ist viel höher, als ihm im Büro etwas zuzurufen.

Arne: Nach einigen Tests haben wir uns dann für “Mumble” entschieden.

Timo: Mumble ist ein Sprachchat. Jeder hat einen virtuellen Raum, in dem er permanent eingeloggt ist. Man kann die anderen Kollegen darin besuchen und losquatschen. Kein Anrufen, kein Abnehmen. Einfach miteinander reden.

Arne: Was wir tatsächlich noch üben müssen, ist, Christoph auch einen schönen Feierabend zu wünschen. Aus den Augen, aus dem Sinn — diese Weisheit bekämpfen wir hier systematisch.

Timo: Mit Erfolg!

Arne: Manchmal frage ich mich, ob tatsächlich alle, die im Home Office sind, Hosen tragen beim Skype-StandUp. Sich hinstellen muss man ja nicht wirklich. Eigentlich reicht ja ein Oberteil.

Timo: Wie bei der Tagesschau früher, als man die Beine noch nicht gesehen hat. Da gab’s ja auch mal so ein Bild, auf dem die Sprecherin pinke Puschen anhatte. Versteckt hinterm Tisch.

New Work, flache Hierarchien … wer trägt die Verantwortung?

Arne: Unsere Freiheiten bedeuten natürlich eine gewisse Verantwortung. Jeder sollte für seinen Bereich geradestehen, ihn planen und managen.

Timo: Das ist die Idealvorstellung. Aber wenn man eher nicht der Typ dafür ist und Stärken auf anderen Gebieten hat, ist Verantwortung kein Muss.

Was macht euch sonst noch aus?

Timo: Team-Events beispielsweise!

Arne: Abends zusammensitzen, am Elbstrand grillen …

Timo: Und Napsys-Hoodies.

Arne: Also im Firmen-Pulli am Elbstrand grillen. Und einiges mehr. Andere brauchen dafür ein Incentive. Wir machen Teambuilding täglich. Und sei es in der Mittagspause.

Timo: Hauptsache, wir grillen nicht mehr im Stadtpark. Das tausendste Mal dort wäre definitiv einmal zu viel.

Arne: Einverstanden.

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